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Industrie 4.0 in der Logistik

« Darum gewinnt die vollständige Datenerfassung immer mehr an Bedeutung »

Die Wirtschaft erlebt aktuell einen dramatischen Wandel. Ähnlich wie während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert bringen neue Technologien tiefgreifende Veränderungen – auch für unsere Gesellschaft. Just-in-time-Produktion, Big Data, Tracking und Lieferketten – zusammengefasst wird diese Entwicklung mit dem Begriff Industrie 4.0. Was man sich genau darunter vorstellen kann und welche Auswirkungen dieser Trend auf die Logistikbranche hat, erfahren Sie in unserem Blog!

Industrie 4.0: Was bedeutet das?

Industrie 4.0 meint im engeren Sinne die High-Tech-Strategie der Bundesregierung, beschreibt aber ebenso eine Plattform für Wissenschaft und Forschung. Im weiteren Sinne sind damit unzählige Aspekte der modernen und zunehmend vernetzten Informationstechnologie gemeint. Die Industrie hat in ihrer langen Geschichte bereits drei Revolutionen erlebt – die letzte mit der Computerisierung und mit dem Einsatz der Mikroelektronik.

Mit der Automatisierung der Datenerfassung zur Prozessoptimierung steht laut Definition der führenden Wirtschaftswissenschaftler der vierte Umbruch an.

Diese Entwicklung hat man unter dem Begriff Industrie 4.0 zusammengefasst. Als Grundlage für diese „smart factory“ dienen die mobile Datenerfassung und das Internet der Dinge. Die riesigen Datenmengen werden gesammelt, miteinander verknüpft und für die Verbesserung der betrieblichen Abläufe verwendet.

Smart Factory und Internet der Dinge
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Datenerfassung für automatisierte Unternehmensprozesse

Um die Abläufe in Unternehmen – sei es in der Produktion, in der Lagerlogistik oder im Verkauf – zu steuern, müssen alle Daten vollständig erfasst werden. Ein gut ausgebautes Logistiknetzwerk gehört zum Grundrüstzeug erfolgreicher Unternehmen. Ein System von RFID-Codierungen und Barcodes ermöglicht es, Produktposition, -menge sowie Empfänger und Absender zu kontrollieren.

Im Einzelhandel ist die Kommunikation zwischen Lager und Point-of-Sale unabdingbar, um Bestände in Echtzeit abzubilden.

Dabei sind maschinenlesbare Identifikationen und Informationen entscheidend. Abgewickelt wird dieser Vorgang über grafische Markierungen – diese Features dienen auch der Qualitätskontrolle und vereinfachen Messungen, Mengenüberprüfungen sowie die Verfolgung der Lieferwege. Dabei werden sämtliche Daten auf einer Basis zusammengeführt und dokumentiert. Diese Systeme ermöglichen auch die umfassende Analyse der betrieblichen Vorgänge. Vor allem in hoch organisierten Branchen, wie zum Beispiel in der Logistik, sind Barcodes und RFID-Codierungen längst unverzichtbar.

 – Vorwärts in die Zukunft

Als Auswirkung der neuen industriellen Revolution entsteht auch der Begriff Logistik 4.0. Viel treffender beschreibt das englische Supply Chain Management schon jetzt die neuen Anforderungen an intelligente Planungen und Strategien von Wertschöpfungsketten. Die automatisierte Lagerhaltung ist allgegenwärtig. Die heutigen Distributionszentren sind mit modernen Scannern und Terminals ausgestattet, mit denen die logistischen Abläufe auf ein neues Level gehoben werden.

Logistik 4.0
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Im Zentrum stehen dabei die Integration und Vernetzung der logistischen Prozesse bis hin zur dezentralen Echtzeitsteuerung. Über ein Cyber Physical System (CPS) sind die eingebetteten Komponenten miteinander verbunden, wobei auch Geräte mit lokaler Intelligenz – etwa Kameras, Detektoren oder selbstfahrende Autos – dazu verwendet werden.

Ziel der Industrie 4.0 Logistik ist die unternehmensübergreifende Optimierung und Automatisierung der Materialflüsse.

Ob Versandhandel oder Just-in-time-Produktion – das globale Transportaufkommen unterliegt einer rasanten Steigerung. Nur die Zusammenführung der realen mit der digitalen Welt macht die zunehmende Komplexität beherrschbar.

Wettbewerbsvorteil durch Logistik 4.0

Die meisten Logistiker sind sich einig, dass die Digitalisierung ein riesiges Potential für die Verbesserung ihrer internen Abläufe birgt. Die neuen Systeme erleichtern um ein Vielfaches die Zusammenarbeit entlang der Versorgungskette. Sinnvoll erscheinen dabei gemeinsame Lösungen, die branchenübergreifend wirken. Die großen Unternehmen leisten dabei eine wertvolle Pionierarbeit, von der auch kleinere Nischenbetriebe profitieren können. Da heißt es einfach, sich ergebende Chancen zu nützen.

Erleichterte Zusammenarbeit dank neuer Systeme
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High-Tech für Industrie 4.0 Logistik

Je komplexer die Prozesse, desto ausgeklügelter sind die Technologien, die in der Industrie 4.0 Logistik angewandt werden. Ob fahrerlose Transportsysteme, intelligente Behälter oder autonome Flugroboter – kaum ein Bereich erlebt derzeit einen derartigen Innovationsschub, wie die Logistikbranche. All diese Systeme basieren auf einer vollständigen Datenerfassung.

Welche Rolle spielt dabei die mobile Datenerfassung?

Besonders in der Lager- und Transportlogistik ist die mobile Datenerfassung – kurz MDE Geräte – die einzige Möglichkeit, unabhängig vom Computerarbeitsplatz rasch und unkompliziert die verschiedenen Daten aufzunehmen.

Gearbeitet wird dabei hauptsächlich mit Barcode-Scannern.

Die Vorteile dieser Systeme: Die doppelte Erfassung in digitaler und Papierform fällt weg, außerdem werden weite Kommunikations- und Laufwege zwischen Büro- und Lagerpersonal vermieden. Ein weiterer Pluspunkt ist die hohe Datenqualität, weil es durch das einfache Scannen zu keinen Übertragungs- und Eingabefehlern kommen kann. Außerdem sind alle Daten in Echtzeit verfügbar.

Mobile Datenerfassung in der Logistik
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In der Summe können durch die MDE Zeit und damit Kosten erheblich reduziert werden. Die Logistikprozesse verlaufen weniger fehleranfällig und viel effektiver. Beispiel Lager: Der Mitarbeiter scannt den Barcode auf der Palette ein, wodurch die Produktdaten direkt mit den Transportaufträgen abgeglichen werden. Gleichzeitig werden der Arbeitsauftrag quittiert und die Station der Lieferkette abgeschlossen – alles im Einklang mit einer unternehmensübergreifenden Datenbank und des Rechnungswesens. So ist man jederzeit dazu in der Lage, die aktuelle Warenposition und den Mengenstand abzufragen.

Was bringt die Zukunft?

Jene Technologien, welche Großunternehmen jetzt schon einsetzen, werden in nicht allzu langer Zeit auch KMUs und Privatpersonen nutzen. Auch im öffentlichen Bereich – etwa im Bahn- und Busverkehr – sorgen die neuen Systeme für schlankere Abläufe und größere Transparenz. Je durchgängiger die Kommunikations- und Informationstechnologien genutzt werden, desto stärker ist das Potential für den wirtschaftlichen Erfolg. Mit der Digitalisierung bis zum letzten Glied der Logistikkette und durch eine nahtlose Integration der Mitarbeiter kommt es im Endeffekt zu einer noch stärkeren Beschleunigung der betrieblichen Entwicklung.