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Das Internet der Dinge

« Darum profitiert der Einzelhandel davon »

Der Einzelhandel leidet unter dem gravierenden Wandel in der Branche, den der E-Commerce verursacht. Um zu bestehen, müssen Unternehmen neue Wege beschreiten. Das Internet der Dinge gibt stationären Händlern die Möglichkeit, der Onlinekonkurrenz ein Schnippchen zu schlagen. Wir beleuchten, wie das IoT neuen Schwung in den Einzelhandel bringen kann.

Der Einzelhandel hat aktuell mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Das Verhalten der Verbraucher unterliegt einem Wandel. E-Commerce macht es den Kunden möglich, einen gründlichen Preis- und Qualitätsvergleich durchzuführen – mündige Konsumenten haben Spaß daran, zu suchen, zu handeln und zu feilschen, um das hochwertigste Produkt zum günstigsten Preis zu kaufen. Außerdem ist das Shoppen im Internet bequem. Ohne großen zeitlichen und logistischen Aufwand ist es möglich, sich auch ausgefallene Wünsche zu erfüllen. Was für die Konsumenten so praktisch ist, stellt den stationären Einzelhandel vor große Probleme.

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Welche Chancen dieser Strukturwandel mit sich bringt und welche Rolle das Internet der Dinge dabei spielt, wollen wir näher beleuchten.

Internet of Things oder IoT: Was verstehen wir darunter?

Die Vernetzung aller Prozesse und Objekte – so umschreiben Experten den Begriff Internet der Dinge. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Ziel ist es, dass alles mit allem kommuniziert – aber ohne Menschen. Wie kann das aussehen? Beispielsweise weiß der Fernseher, wann wir uns auf die Couch legen und schaltet sich eigenständig ein. Oder man steuert Heizung und Haustechnik mit dem Smartphone.

Den Ursprung hat IoT in der Logistik. Diese Branche bewegt Millionen von Waren mit Paletten und Containern über Straße, Schiff, Bahn oder Flugzeug in der ganzen Welt umher. Wenn alles miteinander vernetzt ist, lassen sich die Lieferprozesse optimieren – gewaltige Effizienzpotentiale können ausgenützt werden. Ziel ist es gar, dass sich das ganze System von selbst steuert.

Das Internet der Dinge der Zukunft sieht so aus, dass alle Sachen untereinander kommunizieren. Was bisher nur von Menschen kontrolliert werden konnte, entwickelt in Zukunft ein Eigenleben. Eine atemberaubende Utopie, die realer ist, als wir glauben.

zebra-link-os-bluetoothBluetooth und RFID: Unsichtbare Werkzeuge für das IoT

Die Technologien Bluetooth und RFID treten im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge immer wieder in Erscheinung. Bluetooth ist eine Technik, welche die Datenübertragung zwischen Geräten über Funk ermöglicht. Bis zu acht Produkte können dabei aktuell miteinander verbunden werden. Notebooks, Handys, Tablets, Kopfhörer oder Küchengeräte – vor allem für den Datenaustausch über kurze Entfernungen von wenigen Metern ist die Technologie prädestiniert.

Die Kommunikation funktioniert ganz einfach über einen winzigen Mikrochip mit Sende- und Empfangseinheit. Über eine Seriennummer identifizieren sich die einzelnen Geräte innerhalb des Netzwerkes untereinander.

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Radio Frequency IDentification – RFID – ist ein vollautomatisches Identifikationsverfahren, welches in vielen Bereichen angewandt wird. Die Technologie überträgt kontaktlos Informationen zum Erkennen von Menschen, Tieren, Waren und vieles mehr. Das System besteht einerseits aus einem Datenträger oder Transponder und andererseits aus einem Lesegerät mit einer Antenne. Radio Frequency IDentification arbeitet auf Basis von elektromagnetischen Wellen, welche vom Lesegerät ausgestrahlt werden. Kommt ein RFID-Transponder in die Reichweite der Antenne, übertragen sich die Informationen berührungslos, wodurch der Datenträger erkannt wird.

Die Technologie kommt zum Beispiel in der industriellen Fertigung zum Einsatz, um auch am Fließband verschiedene Produktvarianten herstellen zu können. Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich des Identifikationssystems ist der Einzelhandel.

Wie der Einzelhandel von Bluetooth und RFID profitiert

Viele Großkonzerne versprechen sich durch die neuen Technologien schon jetzt eine erhebliche Kostenreduktion. Produktinformationen wie Preis, Gewicht und Mindesthaltbarkeit lassen sich kontaktlos übertragen. Sämtliche Warenbewegungen werden automatisch innerhalb der Prozesskette lückenlos erfasst und dokumentiert.

Der Weg jedes einzelnen Artikels kann somit exakt zurückverfolgt werden. Auch die Verbuchung der ganzen Daten erfolgt über intelligente Warenwirtschaftssysteme. Neigt sich der Bestand einer bestimmten Ware dem Ende zu, löst das automatisch eine bedarfsgerechte Bestellung aus. Fehllieferungen, Schwund und Diebstahl verringern sich dadurch nachhaltig.

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Das Internet der Dinge unterstützt auch die Verwaltung in den Verkaufsräumen. Intelligente Regale melden dem Warenflusssystem zum Beispiel selbstständig, wann Artikel nachgefüllt werden müssen beziehungsweise, ob Waren falsch eingeräumt wurden. Mit diesem cleveren Inventarmanagement lassen sich Prozesse optimieren und Kosten einsparen.

Die Zukunft beginnt jetzt

Internet of Things bringen wir bisher vor allem damit in Verbindung, Warenflüsse und Logistikprozesse besser zu steuern. Für den Einzelhandel interessant ist aber auch die Integration von Echtzeitinformationen über Konsumenten. Dabei könnte das Einkaufsverhalten mit aktuellen Angeboten verknüpft werden, um an die jeweilige Klientel zielgerichtete Werbebotschaften zu verschicken. Der nächste Schritt wäre eine Nachricht, wenn sich ein Kunde gerade in der Nähe eines Geschäfts aufhält. Einkaufsketten können mit diesem System auch diverse Warenengpässe innerhalb der verschiedenen Filialen ausgleichen.

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Manche Kaufhäuser helfen schon jetzt ihren Kunden bei der Produktsuche in den unendlichen Weiten der Warenregale, indem sie ihnen den Weg über das Smartphone weisen. Die Ortung funktioniert entweder über GPS oder Bluetooth. Die Einkaufstour wird dadurch viel komfortabler und entwickelt sich zum Shoppingerlebnis. Über dieses System erfahren die Unternehmen außerdem, wie sich ein typischer Kunde bewegt. Damit lässt sich die Effektivität der Produktausstellung analysieren.

Das Internet der Dinge: Eine Chance für den Einzelhandel

E-Commerce stellt die Einzelhandelsunternehmen vor große Herausforderungen. Um ihren Kunden einen optimalen Service zu bieten, müssen die Handelshäuser neue Wege gehen. Die Planung und Umsetzung einer IoT-basierenden Infrastruktur ist zwar eine weitreichende Investition, die sich aber durch eine höhere Effizienz und eine bessere Kundeninteraktion rechnen wird. Je eher Einzelhändler das Internet der Dinge für sich nutzen, desto höher werden die Wachstumschancen in dem heiß umkämpften Markt.