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Lean Management

« Prozessoptimierung durch moderne Datenerfassung »

Das Lean Management verfolgt den Ansatz, Prozesse zu optimieren und effektiver zu machen. Dabei steht die Vermeidung von Verschwendungen ebenso im Fokus wie die Logik bestimmter Arbeitsabläufe. Wie das genau aussieht und wie die moderne Datenerfassung das schlanke Management unterstützt, erfahren Sie hier.

Wie beinahe alle wirklich griffigen Formulierungen wird auch Lean Management mittlerweile für eine Menge Dinge benutzt, die mit der ursprünglichen Idee eher wenig zu tun haben. Gerade auch die deutsche Übersetzung schlankes Management, lädt ja nicht nur zu Assoziationen bezüglich des BMI der Führungsetage ein, sondern ist auch beliebig genug, nahezu jede Form der Führung zu bezeichnen. Dabei sind die dahinter liegenden Konzepte und Methoden bereits Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden und haben erheblich dazu beigetragen, einen japanischen Automobilkonzern weltweit an die Spitze seiner Branche zu bringen.

Lean Production und das Toyota-Produktionssystem

Der Begriff Lean Production als Vorläufer des Lean Management entstand Anfang der 1990er Jahre als man am MIT Entwicklungs- und Produktionsbedingungen in der Automobil-Industrie untersuchte. Die Prinzipien, die im Hinblick auf Effizienz und Qualität der Produktion als wesentlich herausgearbeitet wurden, fasste man mit dem Begriff schlanke Produktion zusammen. Dabei geht es nicht um technische Automatisierung, sondern um die Organisation. Der Benchmark dafür war und ist bis heute das Toyota-Produktionssystem.

Durch Verallgemeinerung von Prinzipien und Methoden entstand im Laufe der Zeit das schlanke Management, ohne dass sich am Inhalt etwas Wesentliches geändert hätte. Die moderne Datenerfassung und die Verwendung professioneller Barcode-Scanner sowie PDA Computer und weitere Handheld Geräte nehmen hier mittlerweile eine große Rolle ein.

Die grundlegenden Prinzipien

Das oberste Gebot des Lean Management ist die Kundenorientierung. Alle Produkte und Dienstleistungen sind darauf abzustimmen, was der Kunde wann, wo und in welcher Qualität wünscht. Aus Sicht des Unternehmens ist dabei jegliche Verschwendung konsequent zu vermeiden. Auf diese Weise wird eine Prozessoptimierung betrieben, die sowohl ein Höchstmaß an Kundenzufriedenheit als auch höchste Effizienz und damit Profitabilität erzielt.

KVP Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
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Weitere wichtige Merkmale sind die Konzentration auf die eigenen Stärken, eine ständige Qualitätsverbesserung (KVP), dezentrale Strukturen und hohe Transparenz.

Wichtige Methoden

Bei Lean Konzepten wird immer das Gesamtsystem betrachtet. Um dieses effizient zu gestalten, werden spezielle Analysemethoden auf Prozessebene angewendet.

Wertstromanalyse

Mit diesem Werkzeug werden Prozesse systematisch analysiert und mit definierten Symbolen schematisch dargestellt. Dadurch wird der Ist-Zustand der einzelnen Prozesse transparent aufgezeigt und Ineffizienzen erkennbar.

Der Wertstrom beschreibt alle Aktivitäten, die für die Herstellung eines Produktes oder Erbringung einer Dienstleistung notwendig sind.

Weil man sich beim Lean Management auf die wertschöpfenden Prozesse konzentriert, können alle Ressourcen effektiv auf die Erfüllung der Kundenbedürfnisse gerichtet und Verschwendung vermieden werden.

Visualisierung

Das Konzept setzt stark auf Visualisierung. Dadurch wird den Mitarbeitern die Anwendung der Methoden erleichtert.

Kennzahlen

Um Fortschritte messbar und sichtbar zu machen, werden Kennzahlen benutzt. Diese umfassen beispielsweise Bestände, Arbeitszeiten, Rüstzeiten, Wegezeiten und Anzahl der Mitarbeiter.

Prozessoptimierung durch strikte Kundenorientierung

Ein wichtiges Merkmal der Lean Production ist das Pull-Prinzip. Die Steuerung der Produktion erfolgt nicht nach Kriterien der maximalen Maschinenauslastung, sondern nach dem Bedarf, der durch den Kunden generiert wird. Es wird also nicht „auf Lager“ produziert, sondern nur das, was aktuell benötigt, d. h. vom Kunden bestellt wird.

Kundenorientierung
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Klar ist, dass eine solche Vorgehensweise eine sehr genaue Steuerung benötigt, weil der Faktor Zeit eine wesentlich größere Rolle spielt, als bei einer Produktion in ein Lager. Deshalb ist mobile Datenerfassung ein absolut wichtiger Bestandteil aller Prozesse innerhalb einer schlanken Produktion.

Mobile Datenerfassung sorgt für exakte Informationen

Voraussetzung für eine echte Prozessoptimierung im Sinne von „lean“ ist die Möglichkeit, jedes Objekt in der Fertigung oder im Lager schnell und eindeutig identifizieren zu können. Dazu wird in der Regel ein einfacher (1D)-Barcode ausreichen, wenn im Hintergrund eine entsprechende Datenbank mit den notwendigen Informationen steht. Mit Objekten sind hier alle Teile und Komponenten, alle Maschinen, Werkzeuge, Hilfsmittel, Transportmittel, Ladehilfsmittel und auch alle Orte gemeint, an denen Objekte in irgendeiner Weise ihren Zustand ändern.

Mobile Datenerfassung fuer exakte Informationen
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Das ist etwa der Wareneingang, eine Materialausgabe oder allgemein jeder einzelne Lager- oder Übergabeplatz, an dem Teile, Komponenten, Werkzeuge, etc. vorgehalten werden oder Zustandsänderungen erfahren. Mit einem Barcode-Scanner kann diese Zustandsänderung dem dahinter liegenden Verwaltungssystem mitgeteilt werden. Auf diese Weise wird einerseits eine hohe Transparenz gewährleistet, andererseits können durch Analyse der gesammelten Daten Schwachstellen im Prozess aufgespürt werden.

Ebenso kann eine entsprechende Etiketten Software dazu beitragen, Auszeichnungs- und Etikettierungsprozesse zu beschleunigen und die Datenerfassung zu verbessern.

Parallelisierung von Prozessen im Lean Management

Ein weiteres Merkmal für schlankes Management, die Simultanisierung, wird durch die mobile Datenerfassung erst wirklich effizient. Wird beispielsweise in der Produktion ein bestimmtes Teil benutzt und dies mit einem Barcode-Scanner bestätigt, kann vom IT-System im gleichen Moment eine Nachlieferung aus einem anderen Werk oder vom Lieferanten geordert werden. So können Abläufe sogar über Unternehmensgrenzen hinweg optimal aufeinander abgestimmt werden ohne dass ein manueller Eingriff notwendig wird.

Vermeiden von Verschwendung

Der Kerngedanke des Lean-Prinzips ist es, Verschwendung zu vermeiden. Dazu gehören zum Beispiel zu hohe Bestände, unnötige Transporte oder Wartezeiten. Eine permanente Prozessoptimierung sorgt hier für ständige Verbesserungen.

Vermeiden von Verschwendung
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Ebenfalls dabei ist die mobile Datenerfassung die Basis für das Erkennen von Optimierungspotenzial durch Datenanalyse. Zudem hilft die Identifikation per Barcode-Scanner bei der Vermeidung von Fehlern oder beim schnellen Erkennen solcher Fehler, was gerade in optimierten Prozessen und Prozessketten ein außerordentlich wichtiger Faktor ist.

Das Streben nach Perfektion

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess ist ein weiterer Kerngedanke des Lean-Prinzips. Weil Stillstand Rückschritt ist und sich die Rahmenbedingungen ständig verändern, sind alle Beteiligten aufgefordert, neue Ideen einzubringen und eingefahrene Abläufe zu hinterfragen. Eine wichtige Rolle spielen hier die Mitarbeiter in der Produktion, weil sie die alltäglichen Prozesse genau im Blick haben. Wer seine Prozesse mit schlankem Management optimieren will, muss eine Menge Dinge berücksichtigen.

Voraussetzung ist die Bereitschaft aller Beteiligten, Verhaltensweisen grundlegend zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern.

Im Gegensatz zu vielen anderen Management-Projekten gilt hier: der Weg ist das Ziel, weil Perfektion nie erreicht werden kann, aber immer angestrebt werden sollte.