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QR-Codes

« Stete Begleiter im Alltag »

Im Supermarkt oder auf Plakaten hat jeder sie schon einmal gesehen: schwarz-weiß gepixelte Quadrate, ohne erkennbares Muster, in der Mitte manchmal ein Logo oder Bild und daneben die Aufforderung, den QR-Code zu scannen. Doch was genau es mit QR-Codes auf sich hat und woher sie stammen, wissen die Wenigsten.

Der EAN-Code wird Standard

Heutzutage ist nahezu jedes Produkt für den Endkunden mit einem EAN-Code versehen. Erste Entwürfe für Barcodes stammen bereits aus dem Jahr 1949 und waren damals noch kreisförmig. 15 Jahre später, 1966, wurde die Idee vertieft und das Ziel gesetzt, Kassiervorgänge auf dieser Grundlage automatisch abzuwickeln. Infolgedessen entstanden sieben verschiedene Barcode- Modelle. 1973 entschied man sich schließlich dafür, das Modell von IBM zum amerikanischen Industrie-Standard zu erklären.

Barcode EAN8
@wikipedia – Tryphon

Dieses System war schließlich so erfolgreich, dass IBM es nur drei Jahre später in Europa einführte: Das war die Geburtsstunde des EAN-Codes (European Article Numbering).

Weiterentwicklung

EAN kann 13 Ziffern wiedergeben. Er ist rechteckig entlang einer x- Achse aufgebaut und wird daher auch als eindimensionaler Barcode bezeichnet. Schnell merkten Industrie und Handel jedoch, dass es einen entscheidenden Nachteil an dieser Art von Code gab: Wurde er zum Beispiel durch Lagerung oder Transport der Güter beschädigt, war die Codierung unlesbar.

QR-Code Willkommen bei Wikipedia
@wikipedia – Freddddy321

Dieser Umstand veranlasste die Firma Toyota 1994 dazu, die Entwicklung einer Problemlösung zu beauftragen. Der japanische Software-Konzern Denso Wave konstruierte in Folge dessen einen zweidimensionalen Code. Die Aufteilung der gespeicherten Informationen auf eine x- und eine y- Achse ermöglichte erstmals eine sogenannte Fehlertoleranz. Das bedeutet, dass bis zu 30% der Abbildung unleserlich sein konnten, ohne die Erfassung der gespeicherten Daten zu beeinflussen. Ein weiterer positiver Effekt dieser Zweidimensionalität war der enorm gestiegene Speicherplatz. Plötzlich konnten bis zu 4000 Zeichen abgebildet werden!

In den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende gewann der auf QR-Code (Quick Response) getaufte Barcode innerhalb Japans schnell Bekanntheit. Neben der Werbung und der Presse wurde auch die japanische Regierung auf ihn aufmerksam und integrierte ihn sogar in den japanischen Personalausweis. Kein Wunder, denn das kleine Quadrat bietet nahezu grenzenlose Möglichkeiten, um zusätzliche Informationen auf kleinstem Raum unterzubringen. Seit im Jahr 2007 das deutsche Pop-Magazin „Spex“ einen QR-Code auf seiner Titelseite abgedruckt hat, ist die Technologie auch hierzulande im Kommen.

Wie funktioniert Quick Response?

Wie eingangs erwähnt, ist der QR-Code ein sogenannter 2D-Code. Er ist grundsätzlich quadratisch aufgebaut. Damit das Lesegerät beim Scannen die x- und y- Achse richtig zuordnen kann, sind in drei von vier Ecken größere Quadrate abgebildet. Das ermöglicht das Erfassen aus jeder Position heraus, also beispielsweise auch kopfüber. In direkter Nachbarschaft zu diesen Quadraten befinden sich die Informationen über Format, Version und Takt. Das Format sagt etwas über die Fehlertoleranzstufe aus, die Version bezeichnet die Größe des Codes. Diese beginnt mit 21 x 21 Modulen in Version 1 und steigert sich mit jeder Stufe um jeweils vier Module. Mithilfe des sogenannten Takts kann der Scanner die einzelnen Module identifizieren.

QR Code Billboard in Japan
@wikipedia – Nicolas1981 / Syced

Grundsätzlich gilt: Für eine gute Lesbarkeit sollte ein möglichst hoher Kontrast hergestellt werden, wobei in der Regel Schwarz-Weiß das Mittel der Wahl ist. Bei der Größe gibt es dagegen mehr Variationen. Solange sich der gesamte Barcode scannen lässt, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. So wurde sogar schon auf riesige Plakatwände und Titelblätter gedruckt.

Obwohl er ursprünglich für die Autoindustrie entwickelt worden war, wird der QR-Code heutzutage hauptsächlich im Marketing, in der Werbung und von der Presse genutzt. Die Print-Version der „Welt kompakt“ ergänzt Artikel regelmäßig mit den schlanken Gadgets. In diesen befinden sich eine URL und der Befehl, die hinterlegte Internetadresse zu öffnen. So werden dem Leser weiterführende Informationen zum Thema geboten. Doch auch für Gewinnspiele, Veranstaltungen und andere Marketing-Instrumente hat sich der Code mittlerweile etabliert. Auf Plakaten und Produktverpackungen aufgedruckt, kann der Konsument schnell und einfach ebenso auf die passende Website weitergeleitet werden.

Design-, Custom-, Micro-QR

Da der QR-Code an sich nicht rechtlich geschützt, und der Einsatz schnell und kostengünstig ist, haben sich bereits einige Spielarten entwickelt. Beim sogenannten Design-QR-Code wird die hohe Fehlertoleranz ausgenutzt, um Logos oder kleine Bilder integral zu platzieren.

QR Code Theracon-WorldDies führt jedoch dazu, dass echte Lesefehler beim Scannen unter Umständen nicht mehr toleriert werden. Anders ist es beim Custom-QR. Durch mathematische Verfahren werden die Module darin als Grafik oder Bild generiert. Das erzeugt einen lesbaren Code, die Fehlertoleranz bleibt vollständig erhalten. Die Rechte für die Erstellung von Custom-QRs liegen jedoch bei Denso Wave.

Neben den individualisierten QR-Codes gibt es noch eine weitere Unterart, den Micro-QR-Code. Er verfügt über nur ein Quadrat zur Positionserkennung und fasst deutlich weniger Zeichen, kann allerdings auch auf kleinstem Raum abgebildet werden.

Die Zukunft der QR-Codes

Die nächsten Jahre werden mit Sicherheit noch viele weitere Entwicklungen mit sich bringen, die den Einsatz weiter ausdehnen werden. Da der QR-Code schon heute mit jeder Smartphone- Kamera lesbar ist, sind der Kreativität im Grunde keine Grenzen gesetzt. Viele Hersteller integrieren die Fähigkeit zum Scannen bereits direkt in die Kamera, jedoch gibt es auch kostenlose Apps für jedes Betriebssystem.

Das Geschäft damit boomt. Neueste Trends aus Österreich gehen hin zum Produktcode auf Wasserzeichen-Basis. Das Besondere daran: der Barcode ist für unser Auge „unsichtbar“. Er kann damit über die gesamte Fläche des Etiketts platziert werden. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten für den Kassenvorgang: Der Mitarbeiter muss nicht mehr einen einzigen Barcode scannen, sondern zieht die Ware in einem zufälligen Winkel über den Scanner. Tests im Hinblick auf die Geschwindigkeit des Kassierens zeigten eine Zeitersparnis von rund 50 %. Vielleicht wird es also auch nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der klassische EAN-Code endgültig abgelöst wird.