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Thermodrucker

« Wo das „Drucken mit Wärme“ zum Einsatz kommt »

Die Erfindung des modernen Druckens im 15. Jahrhundert gilt als einer der großen Meilensteine in der Geschichte der Menschheit. Sie wurde 1997 zur bedeutendsten Erfindung des 2. Jahrtausends gewählt, weil damit die Voraussetzung für die Verbreitung von Wissen und Information geschaffen wurde. Und auch wenn heute, im Zeitalter allgegenwärtiger Kommunikation und winziger digitaler Speichermedien, das Drucken von Daten auf Papier weniger modern erscheint, so ist diese Art des Informationstransports in vielen Bereichen im Unternehmen immer noch sehr wichtig.

Durch den Einsatz von Dokumenten-Management-Systemen und digitalen Workflows ist die Nutzung von dezentralen Druckern in Büros die letzten Jahre stark zurückgegangen. Das Ausdrucken und anschließende Abheften von E-Mails gilt heute zurecht als exotisch. Der Trend geht hier eher zu zentralen Druck-Servern, die von allen Systemen und Büros angesteuert werden. Das sind in der Regel leistungsstarke Laserdrucker mit einer großen Anzahl von Funktionen, die auch Scannen (und gescannte Dokumente gleich per E-Mail versenden), und unterschiedliche Papierfächer und Sortiermöglichkeiten haben. Wichtig sind solche Geräte zum Beispiel für den Großhandel, der seine Kunden per Papier, das mit der Ware ausgeliefert wird, mit Informationen über anstehende Aktionen, (Teil-)Ordersätzen und Preis- oder Sortimentsänderungen informiert.

Thermodrucker auf dem Vormarsch

Datamax-O´Neil MP-Series Compact4 Mark II Etikettendrucker monochrom XA3-00-03000000Während das massenhafte Drucken von (vergleichsweise) großen Informationsmengen auf Papier der Größe DIN A4 oder in Buchform durch die Digitalisierung zurückgedrängt wird, hat eine andere Form des Druckens eine immer größere Bedeutung bekommen. Thermodrucker sind bestens dafür geeignet, geringe Mengen spezialisierter, wie zum Beispiel personalisierte Informationen auf ein relativ kleines Stück Papier oder Folie zu drucken. Neben dem allseits bekannten Kassenbon sind das beispielsweise Eintrittskarten, Nahverkehrstickets, Protokolle von Messgeräten und natürlich Etiketten, mit oder ohne Barcode. Die Anwendungsbereiche für diese Druckerart sind aber noch weitaus vielfältiger.

Wie arbeitet ein Thermodrucker?

Im Thermodrucker wird nicht mit mechanischem Druck, sondern durch punktuelle Hitzeerzeugung gearbeitet. Es werden drei unterschiedliche Verfahren benutzt, die gestochen scharfe Ausdrucke erzeugen und sich damit zum Beispiel sehr gut als Etikettendrucker für Barcodes eignen.

Thermodirektdruck

Dieser Typ ist der am häufigsten eingesetzte. Insbesondere als Etikettendrucker in der Logistik und als Bondrucker im Handel wird das Thermodirektdruck-Verfahren gerne genutzt. Seine wesentlichen Vorteile sind einfacher und kompakter Aufbau und Schnelligkeit. Vor allem aber benötigt dieser Thermodrucker kein Verbrauchsmaterial außer dem zu bedruckenden Papier. Das Thermopapier beinhaltet bereits die Druckfarbe. Der Etikettendrucker erhitzt mit dem Druckkopf nur die Stellen auf dem Papier, auf denen Farbe sichtbar werden soll. Durch die Hitze färbt sich das Papier schwarz ein.

Durch die einfache Bauweise und das Fehlen von Verbrauchsmaterial ist ein Etikettendrucker mit Thermodirekt-Verfahren sehr zuverlässig, ausgesprochen günstig und wartungsarm.

Sehr gerne werden Thermodrucker dieses Typs als Etikettendrucker für Kofferanhänger oder Boarding-Pässe am Flughafen sowie für Eintrittskarten verwendet. Die TTP 2100 Drucker-Serie von Zebra beispielsweise deckt viele Anwendungsfälle für kleine Thermodirektdrucker ab. Durch die sehr kleine Bauweise dieser Baureihe – alle Maße unter 20 cm – sind sie auch dort geeignet, wo sich Kunden selbst ihre Tickets ziehen können, zum Beispiel im ÖPNV oder an Parkscheinautomaten.

Einziger Nachteil des Thermodirektdruckes ist die begrenzte Lebensdauer der erzeugten Etiketten. Thermopapier ist empfindlich gegen Hitze und Sonneneinstrahlung: der Druck verblasst relativ schnell. Daher werden solche Etikettendrucker dort eingesetzt, wo die erzeugten Label nicht ewig halten müssen. Eine wichtige Anwendung sind deshalb zum Beispiel Versandetiketten, deren Lebensdauer in der Regel wenige Tage nicht überschreitet.

Thermotransferdruck

Im Gegensatz zum Thermodirektdruck wird hier ein Farbband, das sogenannte Thermotransferband, als Verbrauchsmaterial benötigt. Dafür ist die Auswahl des zu bedruckenden Materials sehr vielfältig, von einfachem Papier bis hin zu Polyesterfolie und Gewebe. Die richtige Kombination von Thermotransferband und Trägermaterial ermöglicht dauerhafte, wetterbeständige und sogar kratz- und wischfeste Ausdrucke.

Zebra ZD420 Etikettendrucker Thermal Transfer ZD42042-C0EW02EZRegaletiketten im Lager, die von Staplerfahrern und Kommissionierern auch nach Monaten noch zuverlässig gescannt werden müssen, sollten also von Thermodruckern dieses Typs erzeugt werden. Für die Etikettierung von Waren im Handel ist eine dauerhaft gute Lesbarkeit ebenfalls oft sehr wichtig. Auch hier bietet wiederum Zebra eine Reihe von Desktop-Druckern für die verschiedensten Anwendungsgebiete an. Zebra G-Series GK420t Healthcare Etikettendrucker GK4H-102520-000Beim ZD420 beispielsweise ist der Wechsel des Thermotransferbands besonders einfach und schnell zu bewerkstelligen, was für einen Drucker im Kundenverkehr sehr wichtig ist. Zebra bietet außerdem spezielle Lösungen für eigene Anwendungsgebiete wie den Gesundheitsbereich mit dem Modell GK420 an, mit dem Etiketten, Patientenarmbänder oder Messprotokolle an jedem Ort einer Klinik gedruckt werden können.

Netzwerkfähigkeit, maximale Druckbreite, maximale Auflösung und einfache Handhabung sind die wesentlichen Attribute für den Thermodrucker, je nach Anwendung auch die Geschwindigkeit. Leistungsstarke Etikettendrucker in Logistik und Industrie müssen in der Lage sein rund um die Uhr und ohne größere Stillstands-Zeiten zu drucken.

Thermosublimationsdruck

Das dritte Verfahren, der Thermosublimationsdruck, arbeitet ebenfalls mit einem Thermotransferband. Allerdings wird die Farbe hier mit sehr hohen Temperaturen von mehr als 300° Celsius aufgedampft. Solche Thermodrucker können Drucke in Fotoqualität erzeugen und werden auch meist zum Erstellen von Abzügen verwendet. Auch Mitgliedsausweise mit Passfotos werden häufig mit dem Thermosublimationsverfahren gedruckt. Das mehrfarbige Thermotransferband und die aufwendige Temperatursteuerung machen diesen Druck allerdings recht teuer.

Vielfältige Anwendungsbereiche

In Industrie und Großhandel sind Etikettendrucker ein wichtiges Mittel in der Prozesssteuerung. Die einfache Identifikation durch Barcodes für einzelne Artikel, Lade- und Versandeinheiten ist ein wesentlicher Beitrag in den logistischen Abläufen. Da der Barcode und damit auch entsprechende Scanner und Etikettendrucker in Produktion und Lager allgegenwärtig sind, werden auch viele andere betriebliche Gegenstände wie Maschinen und Teile, Lagerplätze, Behälter oder auch Drucker damit ausgezeichnet, um sie schnell und einfach identifizieren zu können.

© industrieblick / Fotolia.com
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Ein besonderer Vorteil der Etiketten ist es, dass sie auch über die Grenzen eines Unternehmens hinweg als Mittel des Datentransfers genutzt werden können, weil Barcodes standardisiert sind. Das Barcode-Etikett, das beim Lieferanten in den USA gedruckt und auf eine Versandeinheit aufgebracht wird, dient hier beim Empfänger zur Identifikation und kann sogar in der eigenen Logistik weiter genutzt werden.

Im Warenausgang von Groß- oder Versandhändlern sorgen leistungsstarke Thermodrucker dafür, dass die Verteilung von Ware hoch automatisiert und verlässlich funktioniert. Dafür haben Spezialisten wie Zebra Lösungen entwickelt, die bei Bedarf rund um die Uhr Versand- und Retouren-Etiketten drucken. Gerade bei Versandhändlern sind Etikettendrucker die Basis einer effizienten Retourenabwicklung.

© Jürgen Fälchle / Fotolia.com
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Auch der Einzelhandel setzt zunehmend mehr Thermodrucker ein. Neben der Auszeichnung von Ware und Regalen sowie dem obligatorischen Kassenbon gibt es immer mehr Automaten, an denen die Kunden Bons beziehungsweise Vouchers bekommen. Beispiele dafür sind die Leergutautomaten im Lebensmittel- und Getränkehandel oder Automaten, an denen man gesammelte Punkte von Kundenkarten gegen Gutscheine einlösen kann. Auch das Parkticket aus der Tiefgarage des Einkaufszentrums, das an der Einzelhandelskasse gekennzeichnet wird, wurde vom Thermodrucker erzeugt.

Die Spezialisten für „kleine“ Datenübertragung

Überall dort, wo eine kleine Menge an spezifischen oder personalisierten Informationen zu nicht genau definierten Zielen übertragen und automatisiert gelesen werden muss, kommen Thermodrucker zum Einsatz, weil eine digitale Datenübertragung gar nicht möglich ist oder aber zu teuer wäre. Durch die Automatisierung und Digitalisierung vieler Prozesse wird die Verbreitung der Drucker – im Gegensatz zu Laser- oder Tintenstrahldruckern – immer größer. Hersteller wie Zebra Technologies bieten ganz unterschiedliche Thermodrucker in den verschiedensten Ausführungen an, die jede Anwendung effizient abdecken.